Nicht allein - Psychoonkologie bei Prostatakrebs
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir mit Dr. Tim Reuter über das Thema Psychoonkologie und wie eine Krebsdiagnose nicht nur den Körper, sondern das ganze Leben erschüttert. Deswegen ist es wichtig , seelische Belastungen ernst zu nehmen. Wir erkunden, wie professionelle Unterstützung und Selbsthilfegruppen sich ergänzen, wo ihre Grenzen liegen und geben konkrete Tipps, wie Betroffene, Angehörige und Selbsthilfegruppe gemeinsam den Belastungen entgegen treten können. Unser Ziel: Zuhören, Mut machen und zeigen, dass niemand diesen Weg allein gehen muss.
Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS) https://www.prostatakrebs-bps.de/
BPS Selbsthilfegruppen-Finder https://www.prostatakrebs-bps.de/selbsthilfegruppen/
BPS Magazin https://www.prostatakrebs-bps.de/bps-magazin/
Früherkennung von Prostatakrebs (Informationsseite der Deutschen Krebshilfe) https://www.krebshilfe.de/informieren/krebsarten/prostatakrebs/frueherkennung/
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00:00:32: Heute sprechen wir über das Thema Psychoankologie oder auch, wie man mit psychischen Belastungen umgeht wenn man die Diagnosekrebs bekommt.
00:00:41: Dr.
00:00:41: Tim Reuter ist mein Gast heute und er wird uns professionell dieses Thema etwas beleuchten.
00:00:48: Er ist Leiter der Abteilung für klinische Psychologie und Psycho-Onkologie am Helios Uniklinikum Wuppertal, in einer Privatpraxis tätig.
00:00:57: Herzlich willkommen, Tim!
00:00:58: Schön, dass du da bist.
00:01:00: Ja, schon guten Morgen, soviel.
00:01:02: Ich freue mich auch, heute hier zu sein.
00:01:05: Mal kurz und verleihen?
00:01:06: Verständlich.
00:01:07: Wir wissen ja nicht alle was das ist.
00:01:10: Was genau ist Psycho-Onkologie eigentlich und warum ist sie so wichtig für Krebsbetroffene?
00:01:16: Ich versuche es mal aus meiner täglichen Praxis heraus zu erklären, in der ich häufiger lebe als Patientin und Patienten mir sagen, dass der Körper medizinisch zwar gut versorgt wird aber sie sich innerlich oft völlig überfordert oder manchmal sogar verloren fühlen.
00:01:31: Und ich glaube das dieser Aussage sehr treffbar, warum Psycho Onkologie ein zentraler Bestandteil moderner Krebsmedizin ist.
00:01:38: Die Krebserkrankung betrifft nie nur ein einzelnes Organ oder ein biologisches System, sondern immer den ganzen Menschen.
00:01:46: Seine Psyche, seine Beziehungen, seine Identität und auch seine damit verbundenen Zukunftsvorstellung.
00:01:52: Die klinische Psychoankologie für die ich ja heute hier stehe ist ein interdisziplinäres Fachgebiet der Schnittstelle von Onkologie, Psychologie, psychotherapie oder auch Sozialmedizin.
00:02:04: Sie beschäftigt sich mit dem psychischen sozialen und existenziellen Auswirkungen einer Krebserkrankung.
00:02:09: Und das über alle Krankheitsphasen.
00:02:13: Von der Diagnosestellung, das ist das was wir in der Klinik auch häufig wirklich hautnah miterleben aber auch über die dann folgende Primärtherapie oder Akuteerapiemögliche Rückfälle.
00:02:24: Die Psycho-Onkologische oder die Onkologischen Nachsorge bis hin natürlich auch zu koneffizierten oder auch palliativen Situationen.
00:02:33: In der Klinik bedeutet das konkret, dass wir Menschen in sehr unterschiedlichen Zuständen begegnen.
00:02:38: Und zwar Menschen die noch unter dem Eindruck des Schocks stehen aber auch natürlich Menschen in hoffnungsvollen oder auch manchmal erschöpften Zuständens.
00:02:50: Aus fraglicher Sicht wissen wir, dass eine Krebsdiagnose häufig ne existenzielle Krise auslöst und sie konfrontiert dabei Menschen mit Themen wie im Alltag oft verdrängt werden.
00:02:59: also Kann man sich vorstellen, das Thema Endlichkeit spielt eine ganz große Rolle in der psychologischen Versorgung.
00:03:06: Aber auch möglicher Kontrollverlust, Abhängigkeiten, Rollenveränderungen und vor allen Dingen auch der Verlust der bisherigen Lebenspläne.
00:03:14: Das ist so vielleicht die Kurzform meines Verständnisses psychologischer Arbeit.
00:03:21: Das soweit erstmal als ein Überblick was Psycho-Onkologie alles isst.
00:03:27: Dann würde mich an der Stelle vielleicht als seichter Einstieg ins Thema interessieren, wie kommt man denn zu sowas?
00:03:33: Also das ist ja ein sehr schwieriges Thema bestimmt auch aus professioneller Sicht nicht immer leicht.
00:03:39: Was hatte ich dahin gebracht?
00:03:42: Also mein Weg in die Psycho-Onkologie hat ehrlicherweise schon während meinen Studiums begonnen.
00:03:47: damals habe ich schon im Rahmen wissenschaftlicher Heli Jobs also Lebensjobs die wir machen mussten im Studium in psychonkologischen Forschungsprojekten gearbeitet Und habe mich damals intensiv mit Studien vor allen Dingen zu psychischen Belastungen, Krankheitsverarbeitung und Lebensqualität von Patientinnen und Patienten beschäftigt.
00:04:05: Und ehrlicherweise muss ich sagen dass diese früher Auseinandersetzungen mit der Thema Forschungsseite von Psycho-Ungologie mir deutlich gezeigt hat wie engkörperliche Erkrankungen auch psychische Seileben oft miteinander verwoben sind.
00:04:20: Was mich damals besonders beeindruckt hat, muss ich sagen war die Diskrepanz ehrlicherweise zwischen dem was wir wissenschaftlich über psychische Belastungen wussten und dem was in der klinischen Alltag tatsächlich an Unterstützung ankam.
00:04:32: Das ist ja nur auch ein paar Jahre zurück.
00:04:35: da war Psycho-Onkologische Arbeit noch nicht so etabliert an den Kliniken.
00:04:40: das hat auf jeden Fall damals Problembewusstsein für diese Diskrepance nochmal ausgelöst und damit auch mein Interesse an praktischer psychologische Arbeit geweckt, heißt übersetzt sich wohl damals eigentlich nicht nur Daten auswerten sondern Menschen in solchen Situationen konkret begleiten.
00:05:00: Was mich bis heute an der Arbeit fasziniert, deshalb bin ich bei der psychologischen Arbeit geblieben, sind intensiv und finde ich oft sehr ehrliche Begegnungen.
00:05:09: also es gibt kaum eine Erkrankung die so ehrlich macht wie Krebserkrankungen.
00:05:17: Menschen sind oft in kurzer Zeit gezwungen, sich mit existenziellen Fragen auseinanderzusetzen.
00:05:22: Also Fragen wie was gibt meinem Leben eigentlich einen Sinn?
00:05:24: Was bleibt wenn vieles wegfällt?
00:05:26: Wie gehe ich mit Ängsten vor meiner Zukunft um?
00:05:30: und Ich finde als Psycho-Ungologisch ist man damit keine Person die fertigen Antworten liefert Sondern jemand der eigentlich diesen Prozess Der erst mal ein innerer Prozess ist also dieses ehrlicher werden es auch zu sich selbst fachlich begleitet.
00:05:46: Wir strukturieren das häufig, wir halten es manchmal auch aus und in den allermeisten Fällen tragen wir es einfach emotional mit.
00:05:52: Und das empfinde ich persönlich als große Verantwortung aber auch einem wohnen Maß als sinnstiftend.
00:05:59: Ich glaube genau deshalb bin ich auch bei der Psychologie hängen geblieben und macht das auch leidenschaftlich gerne.
00:06:07: wohlgemerkt neben vielen anderen Dingen die mir auch wichtig sind
00:06:11: Ich finde es schön, dass wir das nochmal abgrenzen müssen zu den anderen Dingen für die du dich natürlich auch begeisterst.
00:06:16: Falls uns jemand zuhört, der dich kennt und weiß in welchen Themen du dir noch engagiert bist genau ich würde jetzt die Brücke schlagen zur Selbsthilfe.
00:06:26: Wir haben ja jetzt schon gehört, wie die Psycho-Onkologie etwas an diese Themen herangeht und natürlich hat die Selbsthilfe dann nochmal eine etwas andere Perspektive darauf.
00:06:37: Aus deiner Sicht, wie ergänzen sich diese beiden Felder?
00:06:40: Und wo unterscheiden sie sich auch logischerweise?
00:06:45: Also aus einer klinischen, psycho-onkologischen Perspektiven finde ich ist Selbsthilfen ein unverzichtbarer Bestandteil der psychosozialen Versorgung von Patientinnen und Patienten.
00:06:59: Und ich muss auch sagen, dass mir viele Patientinnen berichten, dass ihnen Selbsthilfegruppen sich wirklich oft zum ersten Mal richtig verstanden fühlen weil sie dort eben auf Menschen treffen die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, die auch miteinander teilen vor denen sie vor allen Dingen aber auch Gefühle nicht erklären oder rechtfertigen müssen.
00:07:19: das sind Menschen die quasi die Innenseite der Erkrankung kennen, die wir als Behandler aus professioneller Sicht eben meist nicht kennen.
00:07:27: Und fachlich betrachtet wird Selbsthilfe, finde ich auf mehreren Ebenen und ich finde Selbsthilfen reduziert.
00:07:33: zu allem ist durch dieses Gefühl von Gemeinsamsein die soziale Isolation.
00:07:37: sie fördert die emotionalen Entlastungen und stärkt damit auch die Selbstwirksamkeit.
00:07:43: und Menschen erleben halt dass sie nicht nur Hilfe empfangen sondern auch selbst etwas geben können.
00:07:47: also das finde ich immer so.
00:07:48: die Wechselwirkung finde ich es auch ein wesentlicher Punkt der toll ist an der Selbsthilfe.
00:07:54: Während wir in der Klinik häufig natürlich auch zeitlich begrenzen arbeiten, also unsere Patienten immer kürzere Verwaltdauern so dass wir Patienten manchmal über wenige Tage bis hin zu wenigen Wochen begleiten und uns dabei natürlich eher auf diese Akkutsituationen und die akute Stabilisierung konzentrieren bittet finde ich die Selbsthilfee eher so eine Mittel- bis längerfristige Begleitung um das auch über verschiedene Krankheits- und Lebensphasen entdeckt.
00:08:18: Also ich finde es ist eben genau diese Kontinuität aus einer psychologischen Perspektive, wie ich als enormen Werkvolle ansähe und die finde ich oft auch unserer Arbeit ideal unterstützen kann.
00:08:33: Wir versuchen daher ehrlicherweise auch relativ früh schon für die Möglichkeit der Selbsthilfe und die Option der Selbstilfen zu werben was oft sagen wir strukturell nicht ganz einfach ist weil wir eben durch diese kurzen Verwaltung so eine echte Verzahnung also Selbsthilft wird sich mal in der Klinik vorstellen natürlich auch häufig überhaupt nicht hinbekommen.
00:08:54: Dazu kommen manchmal auch Datenschutz-Themen, die noch eine Rolle spielen aber ich glaube das würde jetzt thematisch zu weit gehen sich darüber auch noch zu
00:09:02: unterhalten.".
00:09:04: Du hast ja gerade gesagt dass sich das ergänzen kann und es parallel laufen kann.
00:09:08: wie kann man sich das vielleicht genauer vorstellen?
00:09:10: also wenn ich jetzt ein Betroffener bin?
00:09:12: Wie kann ich mir vorstellen wie das miteinander einher geht oder sich das dann konkrete abgrenzt zueinander?
00:09:21: Ich glaube, man muss sagen dass wir in der psychologischen Arbeit häufig natürlich Symptomen orientiert und Symptom fokussiert auch arbeiten.
00:09:31: Ich glaube das ist ein großer Unterschied zur Selbsthilfe die jetzt erstmal nicht so sehr auf Symptome oder die Abfragen von Symptoms hin arbeitet.
00:09:39: Wir begleiten dabei Menschen natürlich auch in Krisenzuständen also auch gute Ängste depressive Symptomme momentige Überforderungen entscheidungsgenoss Prozesse aber auch natürlich vor allen Dingen im klinischen Bereich bei der Bearbeitung belastender Medizinschaft.
00:09:54: Da würde ich sagen, da gibt es auch eine Grenze zur Selbsthilfe und das ist eindeutig natürlich unsere Aufgabe als Fachpersonal weil die Begleitung einfach sehr intensiv ist und es auch wichtig ist dass wir uns da als nicht Betroffene und natürlich auch als psychologisches Fachpersonal nochmal anders distanzieren können.
00:10:12: also dann würde ich auf jeden Fall einen deutlichen Unterschied sehen.
00:10:18: Und gleichzeitig muss man sagen, ich glaube was wir oft gemein haben dass wir Menschen über Tagewoche und Monate gemeinsam hinweg begleiten.
00:10:30: Ich erlebe immer wieder das Patientinnen und Patienten besonders profitieren wenn sie beide Angebote auch gleichzeitig nutzen können und gleichzeitig aber auch sich immer wieder den Schwerpunkt was ist gerade eigentlich eher das was ich brauche auch selbst setzen können.
00:10:45: Also die Intensität psychologischer Unterstützung kann in manchen Tagen, Wochen und Monaten besonders hoch sein weil der Bedarf einfach besonders hoch ist um das Bedürfnis Und gleichzeitig kann es auch bedeuten dass sie in dieser Zeit nicht in die Selbsthilfe gehen.
00:10:58: Es kann aber auch gerade ein stabiler Zustand sein so dass man einfach gut beides nutzen kann und gleichzeitig sich immer ein bisschen rauspickt was grade aus welchem Kontext man besonders mitnimmt.
00:11:10: Da würde ich sagen, ergänzen sich einfach beide Angebote gut.
00:11:14: Wobei es eben auch die von mir genannten Unterschiede gibt, in der Aufgaben verteilen.
00:11:21: Bei mir klingelt da was?
00:11:22: Wenn du sagst Bedarf und Bedürfnis... Ich habe aber das Gefühl, dass das vielleicht ganz hilfreich sein könnte für Menschen, die uns zuhören, das vielleicht mal auseinanderzuziehen, weil ich glaube, das ist gar nicht so leicht im Alltag.
00:11:33: Bedarf ist das, was wir in der Klinik häufig formuliert bekommen wenn wir konsiliarisch von... ärztlichen Personal anbefordert werden.
00:11:42: Dann formuliert der Arzt einen Bedarf von oft einer Fragestellung, Patient wirkt emotional instabil ist überängstlich
00:11:54: etc.,
00:11:55: also die Konzine sind sehr unterschiedlich.
00:11:56: das ist oft der Bedarf.
00:11:58: und den Bedarf formulieren nicht nur Ärzte sondern bedarf formulieren auch manchmal an und zu.
00:12:02: Gehörige sagen mal dass im Krankenhaus sich das Gefühl entgeht es nicht gut er würde profitieren wenn sie mal vorbeikommen.
00:12:09: Das ist ein wichtiger Baustein, weil es uns natürlich so ein bisschen in die Zuständigkeit holt.
00:12:15: Weil wir es so gemeldet bekommen.
00:12:18: Bedarf aber auch objektiv.
00:12:20: erst mal wenn wir Patienten screenen.
00:12:22: also wir führen bei allen Patientinnen an sogenanntes Belastungsscreening durch eine subjektive Selbsteinschätzung wie emotional belastet sie im Moment sind und bei bestimmten Werten Also Die überschritten werden haben wir erstmal einen psychologischen Handlungsbedarf.
00:12:39: Das sagt aber noch wenig aus über das tatsächliche Bedürfnis.
00:12:42: und um es dir vielleicht mal deutlicher zu machen.
00:12:45: Ich kann manchmal vom Partner, von der Partnerin eines Patienten informiert werden.
00:12:49: Bitte gehen Sie doch mal vorbei!
00:12:51: Und dann gehen wir in die Regel ja auch vorbei im Folgen dem Hinweis bei den Ärzten machen was auch.
00:12:57: Aber das sagt natürlich wenig darüber aus ob ich dann jemanden gegenüber sitze der tatsächlich sprechen möchte und für sich halt auch Themen identifiziert hat, die er gerne mit uns als Psycho-Onkologen teilt.
00:13:11: Und das ist für uns schon wichtig, dass es auch die Autonomie finde ich von Patientinnen und Patienten hier selbst für sich entscheidend zu dürfen.
00:13:20: Selbst bei einer hohen emotionalen Belastung ob sie tatsächlich aussprechen wollen?
00:13:26: Wenn Bedarf und Bedürfnis zusammen kommt dann haben wir in der Regel auf eine gute Basis für psychonkologische Gespräche.
00:13:34: Wenn es aber nur einen Bedarf gibt, aber noch vielleicht kein Bedürfnis.
00:13:39: Dann ist das sicherlich auch ein Punkt den wir erst mal... Auch wir als Verhandler aushalten müssen und das Umfeld aushalten muss.
00:13:45: Auch die Ärzte, die uns dazu anhaushalten müssen weil wir immer wieder darauf hinweisen dass es eben auch in unserer Form der Betreuung darum geht, dass das Bedürflis da ist.
00:13:55: Das ist etwas Hoch-Suppektives, das wird nicht erwogen durch Belastungsscreening oder durch Ärzte oder durch andere Zugehörger, die Familie oder Freunde sondern das kommt vom Patienten selbst.
00:14:08: Ich glaube es ist auch ein ganz interessanter Ansatz dass es manchmal einen Unterschied macht Ob man als Außenstehender sagt, ich würde dir jetzt gerade ganz viele Ratschläge geben und ich will dir jetzt sagen wie wir die Situation durch X und Y lösen.
00:14:23: Und das so von außen sehr lösungsorientiert zu betrachten und dass es aber gar nicht zwingend zu den Bedürfnissen der Betroffenen eigentlich passt.
00:14:31: also ich glaube das ist etwas was viele Menschen in nicht nur in solchen extremen Lebenslagen wie einer Krebsdiagnose sondern ganz allgemein unterschätzen dass man da ein bisschen mehr darauf achten muss, was möchte man?
00:14:42: Was braucht man gegenüber?
00:14:43: gerade ist lösungsorientiert über das überhaupt das, was die Person grade raucht oder möchte.
00:14:49: Mich würde noch interessieren weil wir ja auch oft erleben, dass gerade so die emotionale oder die psychische Seite etwas ist, was auch schwer fällt natürlich darüber zu sprechen.
00:15:01: Gerade bei der Zielgruppe von Menschen mit Prosteterkrebs ist es besser geworden Schaffen es die Leute zumindest in eurem Kontext, im klinischen Kontext darüber zu sprechen.
00:15:13: oder ist das nach wie vor etwas was den Leuten gerade sage ich mal Männer in einem älteren Alter schwerfällt?
00:15:20: Also das verändert sich in den letzten Jahren aber es ist immer noch so.
00:15:25: Das muss man schon auch ehrlicherweise sagen dass Männer gerade ältere Männer also siebzig plus immer noch sich etwas schwerer tun offen und frei über ihre Innenseite, über das sagen wir mal was sie gerade innerlich beschäftigt und bewegt zu sprechen.
00:15:44: Damit will ich nicht sagen dass der Leidensdruck nicht ähnlich hoch ist wie bei jüngeren Patienten oder auch bei Patientinnen aber diese Innen- und Außenwahrnehmung die sind oft sehr unterschiedlich, die sind schon noch ein bisschen verschlossener Aber das ändert sich auch um.
00:16:01: mich glaube je häufiger älteren Patienten hören, nehmen wir mal das Post-Data-Zentrum bei uns in der Klinik.
00:16:10: Je häufiger sie auch von Behandelern hören, sie dürfen... Also es ist ein Teil, ein Therapiebaustein unserer medizinischen Behandlung hier auch die Psychologen mit dazu zuholen und Belastungen sind ein wichtiger und auch ein ernstzunehmender Teil dieser Krankheitserfahrung im Moment.
00:16:29: Ich glaube je, desto größer wird auch die Bereitschaft Erstmal vielleicht am Anfang ein bisschen vorsichtiger.
00:16:37: Die sind nicht sofort die Patienten, die ganz offen über alle emotionalen Aspekte berichten aber sie sind zumindest bereit sich das anzuhören.
00:16:46: und oft ist es unsere Erfahrung wenn man mal miteinander warm wird dann nach dem ersten Gespräch auch das Gefühl eintritt dass war jetzt gut erst einmal darüber zu sprechen um das auch mal mit jemandem zu teilen Und vielleicht sogar einen zwei hilfreiche Impulse mitzunehmen.
00:17:03: Ich glaube, um so größer auch die Bereitschaft mehr Gespräche zu führen und auch eine Offenheit an den Tag zu legen.
00:17:12: Auch diese Themen wie emotionale Belastungen aufgrund erkrankten Situationen als einen wichtigen und auch zu bearbeiten Teil der Erkrankung zu sehen.
00:17:21: Aber zu deiner Frage ja es ist immer noch so dass ich denken würde von zehn Patienten haben wir schon einen größeren Teil, eben weibliche Patientinnen oder auch jüngere Patienten.
00:17:35: Aber das ändert sich ein bisschen bis zu einem gewissen Grad und ich glaube es hängt auch mit dieser zunehmenden... Ich glaube auch mit dem Selbstverständnis psychomkologischer Arbeit in Klinik zusammen.
00:17:47: Es wäre ja eine schöne Entwicklung wenn sich das langsam ändert.
00:17:51: Man aufwört das so zu betrachten, wie dass viele Männer gesellschaftlich über lange Zeit betrachtet haben.
00:17:57: Nämlich man leidet leise, man leitet still.
00:18:00: Das ist ja auch eine Frage des Männerbildnisses, was wir jetzt lange hatten und dann arbeiten wir gemeinsam weiter daran, dass sich das hoffentlich auch weiter in Zukunft bessert.
00:18:11: Ja es ist das Bild des Stummen mit Janas der keinen Schmerz kennt!
00:18:15: Und das ist ein bisschen immer noch das Bild, antreffen.
00:18:21: Was schade ist, weil ich immer noch der Meinung bin dass wir vielleicht mal andere Heldengeschichten von Männern erzählen müssten und zwar nicht von autonomen umabhängigen leistungsfähigen Männern sondern auch von Männer in Krise die Schwäche zeigen und auch zulassen können und das auch teilen.
00:18:39: also Ich glaube es ist aber nicht psycho-onkologische Arbeit Sondern das wäre vielleicht eher der Aspekt.
00:18:44: Sozio onkologischer Arbeit dass wir auch gesellschaftlich mal manche Männerbilder, Rollenbilder kritisch hinterfragen müssen.
00:18:53: Ich wollte gerade sagen das betrifft jetzt ja noch mal ganz anderes Sphären dessen worüber wir es noch sprechen könnten.
00:19:00: Wir werden das aber hier auf die psychionkologische Ebene konzentrieren.
00:19:06: Mein ganz persönliches Ziel für diese Folge ist es ja, dass wenn Menschen sie hören, dass sie sich idealerweise ein zwei oder auch drei praktische Tipps für das Thema metaller Gesundheit daraus mitnehmen können.
00:19:20: Und um das zu schaffen wäre meine erste Frage, zu der du vielleicht einen guten Tipp hast was rätst du jemandem ganz konkret?
00:19:29: Was man wirklich so sehr akut mit raus nehmen kann Wenn die Personen gerade die Diagnose bekommen hat und wahrscheinlich noch in einem belastenden Schockmoment ist?
00:19:40: Ich würde Patienten ermutigen über ihre psychische Belastung, also erst mal ihre psychischen Belastungen ernst zu nehmen.
00:19:50: Und idealerweise auch frühzeitig darüber zu sprechen ohne sie aber zu zwingen.
00:19:55: Das finde ich auch wichtig.
00:19:56: Gerade wenn wir über Schock-Momente sprechen sind es oft gibt es noch gar nicht einen richtigen Zugang zu den eigenen Gefühlen, dann ist es folglich auch schwer drüber zu sprechen.
00:20:06: Aber wenn ich jetzt wirklich ein Rat geben würde, dann würde ich ermutige Belastungen ernst nehmen frühzeitig das auch darüber zu sprechen und das nicht einfach mit sich umzutragen wie so eine Mördergruppe in der alles dunkle und schwierige reinkommt.
00:20:23: Angst, Niedergeschlagenheit, Wut, Hilflosigkeit sind finde ich dass es auch für mich ein absoluter Hinweis keinen Zeichen von Schwäche, sondern ich finde eine normale Reaktion auf ne wirkliche Extremsituationen.
00:20:36: Auf die keiner vorbereitet ist so schwer zu erkranken.
00:20:41: und in der Klinik wiederum sehe ich wie entlastend auch solche ersten Gespräche sein können.
00:20:46: das sind nicht immer nur die Gespräche mit dem Psycho- und Logos, sondern manchmal auch mit den Ärzten, mit den Pflegepersonalen aber auch erste Gespräche innerhalb der Familie insbesondere dann wenn sie relativ früh stattfinden weil kommt man so ein bisschen auch in so eine Lernerfahrung, das sprechen hilft und das sprechen manchmal auch entlastend sein kann.
00:21:05: Ich finde übersprechen sortiert man so'n bisschen auch seine Gedanken beginnt zum Stückchen ähnere Ressourcen zu aktivieren und das Gefühl vom Kontrollen auch ein Stückchen über die Situation zurückzugewinnen Und ergänzen.
00:21:18: dazu würde ich an vielen Selbsthilfegruppen Wir haben eben darüber gesprochen Vielleicht zumindest... Na es ist zu früh in der Klinik sich da schon anzumelden Aber dass zumindest auch als eine Option mit auf dem Schirm zu haben Weil dort eben der genannte Austausch, finde ich auch Augenhöhe möglich ist.
00:21:33: Und das ist manchmal ein schönes Eulen-Munterhilf.
00:21:36: Also um mal wirklich zu gucken... Guck mal!
00:21:39: Es gibt auch einen Leben nach der Diagnose und das ist vielleicht nicht nur schlecht.
00:21:44: Beide Zugänge zusammen also Nicht nur Selbsthilfe und Psychonkologie.
00:21:48: aber ich finde dieses Sprechen und es findet ja in beiden Kontexten statt bietet oft in der Kombination finde ich die größte Entlastung.
00:21:56: Für Angehörige ist das Thema ja genauso belastend.
00:22:00: Wir hatten das ja jetzt auch gerade schon ein, zweimal anklingen.
00:22:04: Wie können Angehöre einerseits ihren Lieben helfen?
00:22:09: Und was können sie gleichzeitig aber auch für sich tun in so einer Situation?
00:22:14: Angehölge erleben wir oft als sehr belastet und gleichzeitig sind die auch in der Klinik wenig sichtbar.
00:22:23: In Corona waren sie mir komplett unsichtbar.
00:22:26: Das hat uns noch mal vor Augen geführt, wie abhängig natürlich auch die anderen Zugehäugen sind von diesen strukturellen Gegebenheiten, die Klinik bietet.
00:22:36: Und das ist insofern besonders gravierend, weil ich finde, dass Angehörige oft im Hintergrund ja den Alltag von Patienten mitorganisieren und sie begleiten aber auch zu Terminen versuchen emotional unterstützen, Patienten zur Seite zu stellen oft am Beginn natürlich auch ihre eigene Bedürfnisse erst mal zurück.
00:23:00: Und wenn das zu lange andauert, dann geraten die dabei oft auch an ihre Grenzen, finde ich und aus einer fachlichen Sicht würde ich sagen es ist wichtig Angehörige schon als eigenständig Betroffene wahrzunehmen.
00:23:12: Wir wissen aus psychologischer Forschung dass psychowegetative Gefühle also Belastungen wie Unruhe Ängste und Schlangschwierigkeiten ähnlich hoch ausgeprägt sind auch bei den anderen Zugeheugen Und mitunter sogar stärker manchmal, weil das Gefühl vom Ohnmacht also in diesem Prozess hier diesen Prozess einfach von außen mit zu erleben nochmal deutlich ausgeprägt ist.
00:23:36: Daher würde ich natürlich empfehlen auch als Angehöriger sich relativ früh idealerweise einen Austausch zu suchen.
00:23:44: Also es können psychorokologische Gespräche sein.
00:23:46: Andere Zugehörige dürfen auch mit uns sprechen und zugehört werden bei dem Psycho- Onkologischen Kollegen der Krebs Beraterstellen arbeiten.
00:23:53: sie können aber Denn wenn es gute Selbsthilfe-Strukturen gibt, gibt es auch Angehörigen selbst für Gruppen die wiederum Raum bieten diese eigenen Gefühle, die wichtig sind auszusprechen.
00:24:04: Da aber ja auch Schuldgefühle finde ich abzubauen, Strategien zur Selbstversorgung zu entwickeln unterdruhend.
00:24:09: Das beschützt nicht nur die Angehögen selbst sondern ich finde das stabilisiert so ein bisschen das ganze Familien oder Partnerschaftssystem.
00:24:16: und zudem ist es wichtig eine gemeinsame Linie in der Kommunikation mit und zur Erkrankung zu finden.
00:24:23: Und hier, finde ich, gilt es auf gute Absprachen miteinander zutreffen zum Beispiel wann und wie die Erkränkung Thema sein soll oder darf.
00:24:31: Wir sagen immer psychologisch ist das der Bereich des emotionalen Updatings in dem man einfach versucht sich miteinander besprechbar zu machen was gerade ansteht und dabei bedeutet Besprechen nicht nur alles immer und überall zu besprechen, sondern manchmal auch Absprachen zu treffen.
00:24:53: Die bedeuten jetzt möchten wir bei Krankheitsfreie Zeit in der Krankheitsfreiheit Kommunikation?
00:24:59: Ich finde das ist im Beidrichtung eigentlich ein ganz schönes Zeichen.
00:25:01: sowohl die ganzen Gefühle dürfen sein so von Betroffenen als auch von Angehörigen dass man dem Raum geben darf anstatt es so wegzuschieben aber vielleicht auch dass es eben Zeiten geben darf und muss indem die Krankheit vielleicht auch mal nicht Thema ist weil ich mir vorstellen kann wie einnehmend dieses Thema ja auch sein kann und dann so allumfassend belastend wahrscheinlich auch.
00:25:23: Deswegen finde ich diese Tipps sehr, sehr gut!
00:25:26: Ein letzter Tipp für wenn Menschen uns zuhören die in einer Selbsthilfegruppe sind – wir haben hier gerade schon darüber gesprochen dass es eben auch sehr hilfreich sein kann sowohl für Betroffen als auch anderen Zugehörige sich auch an Selbsthilfen zu wenden Wenn ich jetzt nicht mehr bin eine Selbsthilfgruppe zum Beispiel leitet und das kommen eben Menschen zu mir psychisch sehr belastet sind durch die Diagnose und das passiert ja wahrscheinlich recht regelmäßig.
00:25:50: Was könnte man denen für ein Tipp mitgeben, wie Sie mit solchen Menschen umgehen?
00:25:56: Also ich finde selbst der Verrubenleistenden wichtigen und zentralen Punkt nämlich den seelischen Beistand finde ich vor allen Dingen dadurch dass sie echt zuhören, dass sie persönliche Erfahrungen miteinander teilen und dass sie alleine durch ihre Existenz auch einen Realistische, realistische Hoffnung vermitteln.
00:26:19: Wichtig finde ich aber dabei natürlich auch und da müssen wir über Grenzen sprechen dass man auch eine Selbsthilfe sensibel für eben solche Grenzen bleibt.
00:26:28: also will sagen Selbsthilfen kann viel leisten ersetzt aber zeigt gleich keine professionelle Behandlung gerade wenn es um Patientinnen und Patienten mit schweren psychischen Belastungen geht.
00:26:39: Und dann würde ich auch sagen geht das auch doch um das gute Selbsthilf immer auch die Wahnsinnahl im Blick halten müsste.
00:26:45: Also als Beispiel, eine anhaltendeppressive Stimmung über starke Ängste, die auch innerhalb der Gruppe spürbar werden, soziale Rückzugsendiensten, Schlafstörungen oder auch ein Gefühl innerer Lehre und Hoffnungslosigkeit.
00:27:00: Ich finde das ist ernst zu nehmen.
00:27:02: Genauso – und das ist jetzt vielleicht eine klare Grenze, die jeder, glaube ich, als Grenze schnell definieren würde wenn Menschen lebensmühle Gedanken entwickeln.
00:27:13: Und in solchen Fällen finde ich es auch wichtig, dass Selbsthilfen begrenze zieht und das man eher dazu geht rasch professionelle Hilfe einzubeziehen uns stabilität und Schutz auch erst mal herstellt.
00:27:26: Das finde ich auch einen guten Tipp.
00:27:27: nicht nur wie kann ich die Leute auffangen sondern auf wo muss man sich auch selbst schützen?
00:27:31: Wo kann man irgendwann eben nicht mehr das leisten was was notwendig ist?
00:27:37: Vielen, vielen lieben Dank für die Einblicke in das Thema mentale und seelische Gesundheit.
00:27:42: Ich finde es eine erleichternde Perspektive dass einem bei der Diagnose Krebs von mehreren Seiten hilfende Hände angeboten werden also sowohl von Experten und Experten wie euch aber eben auch der Selbsthilfe unsererseits um das wir da auch zusammenarbeiten.
00:28:01: Eine letzte Frage wenn du unseren Zuhörenden eine Botschaft mitgeben Müsst es und könntest diese eine Sache, die Sie aus dieser Folge mitnehmen sollen?
00:28:11: Was wäre das?
00:28:13: Da wir so viel über ... über das Thema Kommunikation und Sprechen gesprochen haben würde ich sagen wenn meine Abschlussbotschaft Patienten und Patientinnen sozusagen sie müssen oder ihr müsst den Weg nicht allein gehen.
00:28:30: Und es ist vor allen Dingen kein Zeichen von Schwäche Hilfe anzunehmen.
00:28:35: Ich finde sogar ganz im Gegenteil Unterstützung zuzulassen ist ein zentraler und wichtiger Schritt zur mehr Stabilität, Selbstversorgung und Lebensqualität.
00:28:46: Und das wäre glaube ich auch das was sich gerne den Zuhörern und Zuhäuerinnen mitgeben würde.
00:28:52: also mit einer Überschrift sprechen hilft.
00:28:57: Das gilt zumindest in den allermeisten Zeiten.
00:29:02: Vielen Dank für deine Zeit und für das Gespräch.
00:29:05: Ich habe mich sehr gefreut
00:29:07: Ja ich hab mich auch sehr gefraut Und immer wieder gerne.
00:29:13: Das war Prosteter Krebs der Selbsthilfe Podcast vom Bundesverband Prosteta Krebs Selbsthilfee.
00:29:21: Wir haben uns sehr gefreut, dass ihr eingeschaltet
00:29:23: habt
00:29:23: und wir würden uns auch sehr über eure Fragen Meinungen und Kritik freuen.
00:29:29: Ihr könnt euch dafür jederzeit an info-atprostetakrebs-bps.de wenden oder ich schalte auf unserer Webseite
00:29:38: vorbei
00:29:40: Prostederkrebs-bps.de.
00:29:44: Wir hören uns hoffentlich ganz bald wieder, euer
00:29:59: BPS!
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