Wer wir sind - der BPS stellt sich vor

Shownotes

In dieser Auftaktfolge spreche ich mit meiner Kollegin Nicola über die bewegende Entstehungsgeschichte des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe. Gemeinsam blicken wir zurück auf die Anfänge am Küchentisch, die Pionierarbeit ihres Vaters und die vielen Herausforderungen, die uns zu dem Netzwerk gemacht haben, das heute Betroffene deutschlandweit unterstützt.

Wir teilen persönliche Einblicke, sprechen über die Kraft des Austauschs und warum Selbsthilfegruppen so vielfältig und wertvoll sind. Wer wissen will, wie aus einer kleinen Idee eine starke Gemeinschaft wurde – und warum jeder Betroffene von Selbsthilfe profitieren kann – ist in dieser Folge genau richtig.

Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS) https://www.prostatakrebs-bps.de/

BPS Selbsthilfegruppen-Finder https://www.prostatakrebs-bps.de/selbsthilfegruppen/

BPS Magazin https://www.prostatakrebs-bps.de/bps-magazin/

Früherkennung von Prostatakrebs (Informationsseite der Deutschen Krebshilfe) https://www.krebshilfe.de/informieren/krebsarten/prostatakrebs/frueherkennung/

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00:00:06: Prostata Krebs, der Selbsthilfe-Podcast.

00:00:09: Wir wollen mit euch Tachelis reden.

00:00:11: Wie Selbsthilfe nach einer Prostata Krebsdiagnose helfen kann und wo sie auch schon mal herausfordert.

00:00:18: Ein Podcast mit euch und für euch.

00:00:21: Euer

00:00:21: Bundesverband Prostata Krebs Selbsthilfe.

00:00:31: Wir kommen zu ersten Folge von unserem Podcast Prostata Krebs, der Selbsthilfe-Podcast.

00:00:37: Mein Name ist Sophia.

00:00:38: Ich arbeite in der Geschäftsstelle des BBS.

00:00:41: des Bundesverbandes Prosta der Krebs Selbsthilfe.

00:00:45: Und ich bin ein bisschen aufgeregt und nervös, denn das ist ja unsere allererste Folge und deswegen habe ich mir auch einen ganz besonderen Gast eingeladen und das ist meine liebe und geschätzte Kollegin Nikola.

00:00:55: Nikola arbeitet mit mir in der Geschäftsstelle und hat eine ganz besondere Verbindung zum WPS, über die wir gleich noch in aller Ruhe sprechen.

00:01:05: Hallo Nikola, schön, dass du da bist.

00:01:07: Hallo Sophie, danke für die Einladung.

00:01:10: Ich freue mich richtig doll, dass das klappt.

00:01:11: Es ist auch ein schön angenehmes Gespräch für den ersten Podcast, wenn man sich auch schon ein bisschen kennt.

00:01:17: Und genau ich kenne dich.

00:01:19: Unsere Hörer und Hörerinnen kenne dich natürlich nicht.

00:01:23: Deswegen stelle ich doch mal vielleicht mal ganz kurz vor.

00:01:26: Also erstmal vielen Dank für deine Einladung.

00:01:28: Ich freue mich auch sehr über diese neue Möglichkeit.

00:01:32: Ich bin Nikola und ich arbeite so lange im BPS, wie es den BPS schon gibt.

00:01:40: Und ich bin zuständig in der Geschäftsstelle und im Verband für die Finanzen und für die Mitgliederverwaltung.

00:01:50: Im Laufe der vielen Jahre war ich natürlich auch zuständig für viele andere Dinge.

00:01:55: Seminare war eines meiner Hauptthemen.

00:01:59: Und das bearbeitest du ja jetzt.

00:02:03: Ja, das ist erstmal so der jetzige Stand.

00:02:07: Genau, einmal so grob umrissen die ganzen verschiedenen Aufgaben, die du so machst.

00:02:12: Wunderbar.

00:02:13: Ich würde jetzt noch zwei andere Fragen stellen und werde die dann auch im Folge des Podcasts, auch den ganzen anderen Gästen, die dann hoffentlich noch nachfolgen stellen.

00:02:22: Und zwar zum einen, was bedeutet denn Selbsthilfe für dich so ganz persönlich?

00:02:28: Also für mich persönlich.

00:02:29: Ich habe das übernommen eigentlich von den Gründern.

00:02:36: Das BPS meinem Vater Wolfgang Petter, der hat immer gesagt, wenn zwei Frauen sich auf dem Markt treffen, haben sie eine Selbsthilfegruppe.

00:02:50: Und ich denke, es ist unheimlich wichtig, mit anderen Menschen, die in der gleichen Situation sind, sich auszutauschen.

00:03:01: Das ist für mich Selbsthilfe.

00:03:06: Das finde ich eine schöne Definition, weil Selbsthilfe, genau wie du sagst, also eigentlich ist ja jedes auch mich juckt, hier hast du da irgendwie ein nettes Hausmittel oder sowas, da geht es ja eigentlich schon los.

00:03:17: Genau.

00:03:19: Das finde ich eigentlich einen ganz schönen, auch so niederschwelligen Gedanken eigentlich für die Selbsthilfe.

00:03:26: Was würdest du, wenn Menschen hier jetzt reinhören, Betroffenen, als klar, wir sind jetzt zwei Frauen, die zum Thema Selbsthilfe bei Prostader Krebs sprechen.

00:03:36: Wir sind da natürlich ein bisschen außen vornstückweit.

00:03:38: Aber was würdest du Betroffenen, die hier reinhören, auf den Weg geben, was sie mitnehmen sollen, wenn sie dann später dem Podcast zu Ende gehört haben und in ihren Alltag zurückgehen?

00:03:48: Eben genau das über ihre Ängste und Bedürfnisse zu sprechen.

00:03:56: und sich eine Selbsthilfegruppe zu suchen, die sich entweder online trifft, was ja heutzutage gut möglich ist, auch bei uns, oder sich halt in Präsenz zu treffen.

00:04:10: Ich vergleiche das immer ein bisschen mit dem ehemaligen, was es früher gab, Frühschotten am Sonntagmorgen.

00:04:18: Dort saßen vorwiegend Männer, die sich halt ausgetauscht haben.

00:04:23: Und es geht dabei welche Vorlage benutzt du?

00:04:27: Oder du, ich habe ein Problem.

00:04:29: So fing es ja bei meinem Vater auch an, dass immer ein, zwei Tropfen Urin in der Hose gelandet sind.

00:04:38: Und wir uns gefragt haben, was ist denn da los?

00:04:40: Geht doch mal zum Arzt oder zur Ärztin.

00:04:43: Und das würde ich mir wünschen, dass vor allen Dingen der Austausch auch mit Ärztin und Arzt Aber auch mit der Familie, mit den Partnerinnen und Partnern

00:04:55: und

00:04:56: Freunden stattfindet.

00:04:59: Es ist ja ohnehin wahrscheinlich eines unserer Kernthemen, so dieses Tabuthema immer noch abzubauen und auch so wie wir gerade ja auch schon gesagt haben, man denkt vielleicht bei Selbsthilfe und diesem niederschwelligen Austausch schnell an Frauen, die da eine andere Offenheit manchmal an den Tag legen und dass die Hoffnung ist, dass auch Männer und vielleicht eben auch Männer in höherem Alter, dass die anfangen, sich mehr auszutauschen, sich trauen, ja auch über solche Themen miteinander zu sprechen.

00:05:28: Und das nicht mit sich alleine ausmachen müssen, weil das sind ja nun mal auch wirklich belastende Themen, mit denen niemand alleine sein sollte, der das nicht möchte.

00:05:37: Genau.

00:05:38: So.

00:05:39: Wir beide oder du kennst den BPS richtig gut.

00:05:42: Ich bin ja auch erst seit ein paar Jahren dabei, aber wir beschäftigen es natürlich den lieben langen Tag mit dem BPS, aber vielleicht für alle, die die ganz neu hier einsteigen und eigentlich so gar nicht so richtig wissen, was ist denn eigentlich der BPS.

00:05:55: Kannst du uns kurz zusammenfassen, was der Bundesverband Prosta da Kreb selbst Hilfe ist und was er so macht?

00:06:03: Also ganz runtergebrochen eine Plattform des Austausches.

00:06:09: Also verweiten hört sich ja immer nicht so schön an.

00:06:13: Aber wir ermöglichen es, den Selbsthilfegruppen, die vor Ort sind, sich miteinander auszutauschen.

00:06:21: Wir geben ihnen Informationen.

00:06:24: Ich sage immer, der BPS steht auf zwei Säulen.

00:06:27: Das ist einmal die Patientenvertretung.

00:06:30: Ich stehe eher auf der Säule der Selbsthilfe.

00:06:34: Und da geht es darum, die untereinander zu vernetzen, ihnen Tipps zu geben, wie leite ich eine Selbsthilfegruppe?

00:06:43: Weil ich kann das schon am Telefon erkennen, wenn jemand sagt, ich möchte eine Selbsthilfegruppe in meinem Ort gründen, sind es merkwürdigerweise vorwiegend Ingenieure, die das bei uns machen, die sich einfach, die ein anderes Bild vom Körper haben.

00:07:03: Nämlich, das ist hier etwas im übertragenen Sinne eine Maschine und die muss funktionieren.

00:07:11: Und dazu gibt es viele Therapien.

00:07:15: Es gibt viele Möglichkeiten, damit umzugehen.

00:07:20: Das ist die psycho-onkologische Seite.

00:07:24: Und es gibt halt die ganz niederschwellige Möglichkeit des Austauschs.

00:07:29: Das ist ja das Schöne bei uns.

00:07:31: Sie sind alle so vielfältig.

00:07:33: Wir haben Gruppen, da sind sechs Leute, die treffen sich aber zweimal in der Woche.

00:07:38: Dann, sie machen einmal Sport zusammen morgens im

00:07:42: Park

00:07:42: und beim anderen Treffen hören sie sich auch mal etwas an.

00:07:48: Für diese Vielfalt sind wir quasi diejenigen, die oder ist der Bundesverband das zu Hause.

00:07:57: Genau, das finde ich auch eine ganz gute Zusammenfassung.

00:08:00: Es gibt wirklich viele Selbsthilfegruppen von Betroffenen von Prostader Krebs in ganz Deutschland und der BPS.

00:08:08: hält im Grunde so ein bisschen die Hand drüber und unterstützt da, wo es irgendwie geht und sorgt auch dafür, dass sich neue Selbsthilfegruppen gründen können.

00:08:20: Wir helfen praktisch den Selbsthilfegruppen vor Ort, aber eben auch digital.

00:08:24: Wir haben mittlerweile auch digitale Selbsthilfegruppen.

00:08:28: Das ist so das eine.

00:08:30: eine Vertretung, also wir versuchen uns auch politisch einzusetzen.

00:08:34: Unser Thema ist ja auch, dass die Früherkennung sich verbessert für Menschen mit Prostaterkrebs.

00:08:40: Genau, aber ich finde das eigentlich ein ganz schönes Bild, was du da gezeichnet hast, einfach diese Vielfalt auch der Selbsthilfegruppen.

00:08:46: Also ich glaube, das ist wahrscheinlich auch so ein, vielleicht ist das ein Bild, was Leute im Kopf haben von Selbsthilfegruppe und dann können wir sagen, du hast vielleicht ein Bild davon und es existieren aber wahrscheinlich noch zehn andere und du kannst hier vielleicht auch.

00:09:00: Vielleicht sind da auch negative Bilder, die du hast, wenn du an Selbsthilfe denkst.

00:09:04: Und bei uns gibt es aber so viele unterschiedliche Sachen.

00:09:07: Und du kannst dir vielleicht auch ein Stück weit raussuchen, was auch zu dir passt.

00:09:10: Oder auch in eine Selbsthilfegruppe gehen und sagen, wollen wir nicht, ich weiß auch nicht, wollen wir nicht einmal im Monat einen Ausflug machen oder so.

00:09:18: Dann kann man das ja auch machen.

00:09:19: Auch das ist ja Selbsthilfe.

00:09:21: Das ist, glaube ich, das, was ich am meisten daran mag, dass diese Selbsthilfegruppen oft so unterschiedlich sind, dass diese unterschiedliche Dinge miteinander machen.

00:09:29: und so unterschiedlich engagiert sind, in dem wie sie sich miteinander austauschen.

00:09:34: Wir haben ja, das ist ein ganz toller Zufall, in dem wir, dass wir dieses Jahr, diesen Podcast starten, in dem wir auch für twenty-fünf Jahre Jubiläum feiern.

00:09:43: Da können wir uns kurz selbst gratulieren.

00:09:48: Deswegen, finde ich, ist das auch ein ganz toller Anlass.

00:09:50: Und wer wäre dafür besser geeignet, um darüber zu sprechen als du?

00:09:54: Wie dieser Verband ... gestartet ist.

00:09:58: und dann kannst du vielleicht doch kurz erklären, warum ich am Anfang gesagt habe, dass du so eine ganz besondere Verbindung zum BPS hast.

00:10:05: Ich habe ja schon erwähnt, dass ich den Gedanken meines Vaters Wolfgang Peter verinnerlicht habe, als er die Diagnose Prostata Krebs bekommen hat, war er noch sehr jung und es war schwierig, Informationen zu bekommen.

00:10:23: Das Internet war natürlich noch... überhaupt gar nicht auf dem heutigen Stand.

00:10:28: Er war ein Lehrer und war ein Sonder-Schullehrer und war sehr engagiert, auch ehrenamtlich, also einmal parteipolitisch, aber auch im sozialen Bereich und war immer sehr umtriebig.

00:10:46: und heute würde man das nennen ein Networker.

00:10:51: Der hatte viele Netzwerke auf vielen Ebenen.

00:10:55: Und er brauchte jemanden zum Sprechen und er fand niemanden.

00:11:02: Also hat er sich an die deutsche Krebshilfe gewandt und die haben ihm achtzehn Adressen von Selbsthilfegruppen genannt.

00:11:10: Und da kam ich schon direkt ins Spiel bei einer Autofahrt.

00:11:17: Sagte er mir, schau mal, Nikola, hier hast du achtzehn Adressen.

00:11:22: Schreibt die alle mal an.

00:11:23: Und dann besorgt noch irgendein Hotel und dann treffen wir uns da mit allen.

00:11:29: Das

00:11:30: war praktisch der allererste Arbeitsauftrag des BPS, könnte man sagen.

00:11:35: Historisch.

00:11:36: Genau.

00:11:38: Und dann hatte er mir noch einen packen Briefumschläge in die Hand gedrückt.

00:11:44: Ich musste irgendwie auf ihn warten.

00:11:46: Auf jeden Fall habe ich schon mal die Adressen per Hand auf diese Briefumschläge geschrieben, während ich auf ihn wartete.

00:11:55: Und dann sind wir nach Hause gefahren, also in mein Elternhaus und haben dann einen Brief entworfen und haben diese achtzehn Gruppen eingeladen.

00:12:06: Das war damals in Worms, uns zu treffen.

00:12:11: Ja, dieses Treffen alle haben dem zugestimmt und wir haben uns dann auch dort getroffen.

00:12:16: und dann saß ich plötzlich neben einem Selbsthilfegruppenleiter hier aus der Nähe, der von Beruf Schweinebesamer war, der über die Bauernhöfe gefahren ist und dort die Schweine besamt hat.

00:12:35: und rechts neben mir saß ein anderer Selbsthilfegruppenleiter und es Die erzählten sich dann Witze.

00:12:43: Wie du dir vorstellen kannst, waren die jetzt alle nicht so unbedingt jugendfrei.

00:12:48: Und ich habe nur gedacht, um Gottes Willen, Wolfgang, wo bin ich hierhin geraten?

00:12:53: Was

00:12:53: haben wir hier gestartet?

00:12:55: Was

00:12:55: haben wir hier gemacht?

00:12:56: Genau.

00:12:58: Also alles war wirklich sehr familiär, sehr... Wir waren achtzehn Leute und dann hatte mein Vater ein gutes Verhältnis zum damaligen Vorsitzenden.

00:13:11: Damals war er Geschäftsführer der Deutschen Krebshilfe aufgebaut und hat gesagt und hat mit ihm besprochen und ihn gefragt, ob er uns für förderungswürdig hält.

00:13:23: Und das fand er.

00:13:25: Ja und so haben wir dann in Bonn bei der deutschen Krebshilfe, die Bundesarbeitsgemeinschaft Prosta da Krebs gegründet.

00:13:35: Ich finde, also ich bin noch kurz bei den Witzen hängen geblieben.

00:13:40: Das überrascht jetzt wahrscheinlich nicht so sehr.

00:13:43: Aber ich finde auch, dass es wieder so ein tolles Beispiel dafür, dass nur weil Menschen sich treffen, die leider Gottes diese Krankheit haben oder diese Diagnose erhalten haben, dass das gar nicht bedeutet, dass deswegen alles so sehr bedrückend und so negativ konnotiert sein muss, sondern es sind halt auch komische Witze und so.

00:14:04: Also auch das ist irgendwie der Austausch.

00:14:09: Da war ich noch kurz gedanklich, Nicola.

00:14:12: Das ist die Menschlichkeit des Ganzen.

00:14:16: Ja, total.

00:14:16: Auch das, was Leute halt mitbringen.

00:14:18: Also dann auch die Berufe und die unterschiedlichen Hintergründe und so, die dann aufeinander treffen.

00:14:25: Okay, und dann gab es diesen Vorläufer des BPS.

00:14:30: Und wie ist dann daraus der BPS geworden, der wir heute sind?

00:14:36: Es gab ein Bundesverband in Nordrhein-Westfalen.

00:14:41: Der war aber nur beschränkt auf die Gruppen in Nordrhein-Westfalen.

00:14:46: Und dann hatte der Vorsitzende der Deutschen Krebshilfe gesagt, wollte ihr euch nicht zusammentun.

00:14:59: Das war so eine Sache, die lief bis in den Jahren.

00:15:04: In den Jahren haben alle Gruppen gemeinsam begonnen.

00:15:10: Die Deutsche Krebshilfe war uns sehr behilflich, indem sie Patienten-Tage organisiert hat in den verschiedenen Bundesländern.

00:15:21: Und dort sind wir dann immer vor Ort gewesen und haben darum geworben, Selbsthilfegruppen vor Ort zu installieren.

00:15:30: Also an der Stelle auch mal ein großes Danke an die deutsche Krebshilfe, sollte jemand von dort mal zuhören.

00:15:39: Genau, das muss man vielleicht auch sagen, dass der BPS finanziert wird von der deutschen Krebshilfe, damit wir auch unabhängig sind.

00:15:47: uns unsere eigene Meinung bilden können, was Wissenschaft und so weiter anbetrifft.

00:15:51: Und genau, da sind wir natürlich sehr dankbar bis heute für die Unterstützung, aber eben auch mal interessant zu hören, wie groß die Unterstützung auch rund um die Gründung war.

00:16:00: Und wie

00:16:00: eng, wie eng die Zusammenarbeit vor allen Dingen?

00:16:05: Ja, offensichtlich.

00:16:06: Also, sonst wären wir, wir wären dann heute nicht ohne die, also so, so höre ich das gerade, dass die, dass ohne die Unterstützung wäre der BPS heute vielleicht so in der Form gar nicht existent.

00:16:17: Das stimmt.

00:16:18: Dann hat sich irgendwann ja entwickelt, dass es auch eine Geschäftsstelle gab.

00:16:22: War das dann zu einem beähnlichen Zeitraum oder hat sich das erst später ergeben, dass man dann auch hauptamtliche Eingestellte dann für den BPS?

00:16:30: Das begann sozusagen im Büro, also im Büro meines Vaters in unserem, in meinem Elternhaus.

00:16:41: Und ich war die erste Zeit als geringfügig Beschäftigte angestellt, weil ich eben halt ... Es musste ja alles neu gemacht werden.

00:16:51: Wir brauchten Briefpapier.

00:16:53: Wir haben ein ... Der heutige Newsletter, den haben wir auf dem Küchentisch zusammen als Papier.

00:17:03: zusammengestellt.

00:17:04: Wir brauchten dann irgendwann einfach Platz und hatten dann eine Geschäftsstelle, wo wir aber auch noch nicht niemand Vollzeit gearbeitet hat.

00:17:15: Und wie es dann so ist mit so einem Vater, der halt alle kennt, dann hat eine Frau eines Kollegen, also eine Freundin von ihm, die den Gemeindebrief in so einem kleinen Ort geschrieben hat.

00:17:29: Die hat dann das erste was heute das BBS-Magazin ist, aber auch am Computer.

00:17:38: zehn Seiten vielleicht waren das zusammengestellt und wir haben wieder das alles per Brust verschickt.

00:17:45: Und da hatten wir die erste Geschäftsstände.

00:17:49: Die wurde dann irgendwann so eng, weil wir unsere Füße nicht mehr unter den Schreibtisch stellen konnten, weil alles voll war mit den blauen Ratgebern der deutschen Krebsgriffe.

00:18:00: und unseren eigenen Publikationen, die wir dann auch versendet haben, wenn jemand sie bestellte, so dass wir dann dort umziehen mussten und dann recht schnell, also ich als Vollzeitkraft, dann die Frau Kühlechner als Teilzeitkraft gearbeitet haben.

00:18:21: Das wurde dann sogar immer mehr.

00:18:24: Wir hatten dann jemanden, der sich um die IT-Administration gekümmert hat.

00:18:30: Ich musste einen europäischen Computerführerschein machen bei der Volkshochschule.

00:18:37: Warum?

00:18:37: Warum musstest du einen europäischen... Was?

00:18:42: Das wurde angeboten von der Volkshochschule und wir hatten ja im Jahr two-thausend-eins.

00:18:48: Niemand hatte Erfahrung mit Computern.

00:18:51: Wir wussten ja nicht, wie die funktionieren.

00:18:54: Und da man da Sonderschullehrer war, hat er gesagt, du gehst jetzt da hin und du lernst mal, wie das wirklich funktioniert.

00:19:03: Ja, das habe ich dann in einem Volkshochschulkurs gemacht, der von Holger Jünemann geleitet wurde, der sich Geld dazu verdient hat zu seinem Studium bei der Volkshochschule.

00:19:16: Jetzt musst du vielleicht oder wir müssen kurz erklären, warum dieser Name bei uns beiden gerade ein bisschen am Moussement hervorruft.

00:19:23: Das ist nämlich bis heute unser IT-Dienstleister.

00:19:26: Also auch das ein Begleiter der ersten Stunde, genau wie du im Grunde.

00:19:33: Ja, so schön.

00:19:34: Also ich finde die Geschichte.

00:19:36: Ich mag auch einfach den Gedanken, dass ihr am Anfang irgendwie am Küchentisch gesessen habt und irgendwie Sachen behandt zusammen geschustert und so, wie das am Anfang ja auch oft ist.

00:19:46: Und es ist ja auch Ehrenamt.

00:19:48: Also man muss ja auch dazu sagen, dass die ganzen Selbsthilfegruppen, die bei uns sind, das sind ja alles... Menschen, die ehrenamtlich sich engagieren und auch sowas erwächst, sowas irgendwie aus so einer Idee heraus vom eigenen Küchentisch und dann wird es irgendwie zu einer größeren Idee.

00:20:04: und das finde ich ist irgendwie eine schöne, eine schöne Vorstellung, wie ihr da am Küchentisch irgendwie euch überlegt habt wahrscheinlich.

00:20:10: Was braucht man jetzt?

00:20:12: Brauchen wir jetzt einen Führerschein für den Computer?

00:20:17: Und genau so ist auch die erste Satzung entstanden.

00:20:20: Da haben wir uns einfach Satzungen von anderen Verbänden angeschaut, vom deutschen Roten Kreuz.

00:20:26: Meine Mutter hat immer gesagt, Nikola, du musst mit der Satzung unter den Kopfkissen schlafen.

00:20:32: Hast du das auch gemacht?

00:20:33: Hast du sie dir unter den Kopfkissen gelegt?

00:20:35: Ich habe

00:20:35: sie auf jeden Fall verinnerlicht, weil Regeln, dass die Zusammenarbeit oder das Zusammensein erleichtern.

00:20:45: Und dann haben wir halt gefragt, wer von euch hat Ahnung von Satzungen?

00:20:51: Und dann haben sich Menschen gefunden, die aus ihrer beruflichen Tätigkeit heraus damit zu tun hatten.

00:21:01: Das waren Juristen, das war einer aus dem Justizvollzugsdienst,

00:21:07: ein Rechtsanwalt.

00:21:09: Und dann haben wir uns wirklich in der Küche zusammengesetzt und haben Punkt für Punkt jeden.

00:21:15: Wir wollten natürlich auch gemeinnützig sein.

00:21:17: Das war eine Vorgabe, dass wir diese Gemeinnützigkeit bekommen.

00:21:22: Und die haben wir bis heute behalten.

00:21:25: Und das ist ja auch ein großes Stück Arbeit.

00:21:28: Absolut.

00:21:30: Ich finde das auch, wir hatten das eben schon bei den komischen Witzen, bei dem ersten Treffen im Hotel.

00:21:36: Ich finde, das ist eben auch das Spannende, bei den Leuten, die sich dann irgendwie engagieren.

00:21:40: Da ist ja auch beruflich alles dabei.

00:21:42: Wenn man das fragen würde, wir brauchen jetzt irgendwie besondere Hilfe bei... weiß ich nicht, ein ganz nichiges Thema, die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwer dabei ist, der das vielleicht mal beruflich gemacht hat.

00:21:51: Also die Leute sind natürlich ja nicht nur Menschen mit einer Krankheit, was sie eint, sondern die sind ja irgendwie auch Leute, die einen Beruf ausgibt haben oder nach ausüben und weiß nicht, Hobbys haben und andere Ehrenämter ausgeführt haben und so viel Wissen und Fähigkeiten und Interessen, die da zusammenkommen, von denen man auch profitieren kann.

00:22:10: Was ich sehr spannend finde im Bundesverband ist auch, dass wir so viele Menschen aus den verschiedenen Bundesländern haben.

00:22:19: Wir haben Bayern, wir haben aber auch den

00:22:23: drögen

00:22:23: Norddeutschen, wir haben die lustigen Rheinländer und die Schwaben.

00:22:29: Wir haben alle dabei und das ist das, was ich am schönsten finde, diese Vielfalt.

00:22:35: Ja, so geht mir das auch.

00:22:36: Wir haben ja jedes Jahr unsere große Jahrestagung, wo dann auch die Mitgliederversammlung im Stadt findet und so weiter.

00:22:42: Und für mich ist es immer wieder total spannend, wenn die ganzen unterschiedlichen Leute mal an einem Ort zusammenkommen.

00:22:48: Man hört dann auch die ganz verschiedenen Dialekte und wie die Leute so unterschiedlich drauf sind.

00:22:53: Und dann sind aber irgendwie doch alle an einem Ort und treffen sich.

00:22:58: Um irgendwie über dieselben Themen zu sprechen und die Gemeinsamkeiten zu besprechen, aber man merkt eben auch, wie unterschiedlich alle sind.

00:23:04: Und das funktioniert irgendwie trotzdem.

00:23:05: Das finde ich immer total faszinierend.

00:23:08: Und schließen Freundschaften auch.

00:23:11: Auch bei den Seminaren.

00:23:13: Der Seminarinhalt, ja, der ist wichtig, weil er Informationen weiter gibt.

00:23:20: Genauso wichtig sind aber auch die Pausen.

00:23:22: Und wie ... Wo wir jetzt immer wieder drauf kommen, dass miteinander sprechen.

00:23:29: Ja, und auch das Netzwerken, was du vorhin gesagt hast.

00:23:31: Genau.

00:23:31: Also, dass man auch weiß, da gibt es ein Thema, das finde ich total interessant.

00:23:36: Da habe ich schon mal den sonst wenigen getroffen und da weiß ich genau, der kann mir da irgendwie weiterhelfen.

00:23:42: und ja, genau, also total auch zu unterstützen, einfach miteinander zu sprechen.

00:23:47: nicht in seinem stillen Kämmerlein mit den Sorgen und Fragen, die man wahrscheinlich so hat, sich rumzuschlagen, sondern eben darauf zurückzugreifen auch auf das Netzwerk, was wir da ja bieten können.

00:24:00: Ich finde es auch immer wichtig, wenn ich bekomme ja viele Anrufe mit Fragen zu administrativen Dingen.

00:24:09: Und ich finde es aber auch immer wichtig, dass man dann auch ein bisschen darüber spricht, wie geht es dir?

00:24:17: Weil das auch viel damit zu tun hat, kann ich das jetzt gerade mit dem Förderantrag alles ausfüllen?

00:24:25: Oder bin ich gerade so involviert?

00:24:29: Oder habe ich Schmerzen?

00:24:33: Ich brauche deine Hilfe.

00:24:34: Ja, genau dafür sind wir dann da.

00:24:38: Genau, also ich glaube, dass diese ganzen administrativen Dinge, also... für Hörerinnen, die sich damit nicht so gut auskennen.

00:24:47: Wir reden auch bei Förderanträge.

00:24:48: Da geht es um ganz Sachen, die man ausfüllen muss, dass es wirklich auch alles nicht so einfach.

00:24:54: Ich bin immer ganz dankbar, dass Nikola sich um diese Dinge kümmert und nicht ich.

00:24:57: Das ist total kompliziert.

00:24:59: Und auch dafür muss man natürlich die Kapazität nehmen.

00:25:01: Aber es ist eben, wir sind Selbsthilfe am Ende.

00:25:05: Das ist so das eine, die eine Seite, diese ganze Verwaltung, sage ich mal.

00:25:08: Aber am Ende versuchen wir irgendwie, dieses Miteinander zu schaffen.

00:25:13: Und ich finde es total spannend, wie man da versucht, auch so eine Balance zu finden, weil Fördanträge ein bisschen trotzdem eingereicht werden natürlich und Excel-Tabellen wollen ausgefüllt werden und so weiter und so fort.

00:25:23: Aber trotzdem sind wir eigentlich ja hier, um halt miteinander ins Gespräch zu kommen.

00:25:28: Ja, genau.

00:25:29: Mich würde noch interessieren, ich habe noch zwei Fragen und zwar zum einen würde mich interessieren, was würdest du sagen, wenn du jetzt so auf die fünfundzwanzig Jahre zurückblickst, was war so eine oder Vielleicht nicht die größte Hürde, aber so eine Sache, die dir so im Kopf geblieben ist, wo du damals gedacht hast, boah, weiß ich nicht, wie wir das hinkriegen.

00:25:47: Und wie es dann vielleicht gelöst hat, das würde mich interessieren.

00:25:51: Nein, weil ich, und das habe ich jetzt das ganze Gespräch übergemerkt, eine Sache ist immer gleich geblieben.

00:25:59: Ich komme jeden Tag gerne hierher.

00:26:03: Ich arbeite gerne, weil es so vielfältig ist, weil es nie langweilig ist.

00:26:10: Und weil ich unheimlich viel gelernt habe von den, von einigen Menschen, wo ich wirklich sehr, sehr, sehr profitiert habe, wo ich selbst gewachsen bin, weil sie Vorbilder sind, weil sie so agieren, wie sie agieren.

00:26:31: Und allen Gemeinsam ist, es geht um den BPS.

00:26:38: Und wenn allen ... alle an die Selbsthilfe denken und es nur um die Selbsthilfe geht.

00:26:46: Und man das gemeinsame Ziel hat, dann schafft man eigentlich alles.

00:26:52: Eigentlich ist das ein richtig tolles Schlusswort, Nikola.

00:26:54: Ich wollte jetzt eigentlich noch eine andere Frage stellen, aber ich will das gar nicht kaputt machen, weil das hast du so schön zusammengefasst.

00:27:03: Ich stelle sie jetzt einfach trotzdem und dann versuchen wir trotzdem diese total schönen Worte, die du eben gefunden hast, im Kopf zu behalten.

00:27:11: Mich hätte jetzt eigentlich zum Abschluss noch interessiert, ob du etwas im Kopf hast.

00:27:15: Wahrscheinlich hast du ganz viele solche Erlebnisse, aber irgendwas, wo du wirklich sagst, boah, das war so ein richtig tolles und einschneidendes Erlebnis.

00:27:25: Das sind zu viele.

00:27:27: Ja, das glaube ich.

00:27:28: Das sind wirklich zu viele.

00:27:30: wirklich schöne Erlebnisse, also um das auf die ganzen Jahre zu sehen, ist eigentlich das schönste Erlebnis, wenn man Hilf geholfen hat, wenn jemand kommt und sagt, danke.

00:27:46: Und das egal, bei was.

00:27:49: Und was ich als ganz besonders schön empfinde, ist die Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle, also innerhalb der Geschäftsstelle.

00:27:59: Das ist auch etwas, was ich ganz besonders, auch über die Jahre mit den vielen wechselnden Menschen, die da sind.

00:28:08: Ich mag und interessiere mich für Menschen und bin immer neugierig.

00:28:15: Und das ist eigentlich ja das, was ich so oft die ganze Zeit sagen kann mit am schönsten ist.

00:28:24: Ich finde, das steht den... netten und schönen Worten, die du eben gefunden hast, in nichts nach.

00:28:29: Deswegen muss ich jetzt nicht traurig sein, dass ich diese Frage auch noch gestellt habe.

00:28:34: Ich danke dir sehr.

00:28:36: Oder wir haben einen ganz guten Überblick gegeben darüber, was der BPS so macht und was sie noch ausmacht und auch wie unterschiedlich welche verschiedene Facetten das hat.

00:28:47: Ich finde, das hat ganz gut geklappt.

00:28:49: Ich danke dir sehr für deine Zeit und dafür, dass du uns so einen Einblick gegeben hast in diese... ...fünfundzwanzig Jahre Selbsthilfe.

00:28:58: Danke, dass du da warst.

00:28:59: Ich danke dir, Sophia.

00:29:03: Das war Prostader Krebs der Selbsthilfe Podcast vom Bundesverband Prostader Krebs Selbsthilfe.

00:29:10: Wir haben uns sehr gefreut, dass ihr eingeschaltet habt und wir würden uns auch sehr über eure Fragen, Meinungen und Kritik freuen.

00:29:19: Ihr könnt euch dafür jederzeit an

00:29:21: info.prostederkrebs-bps.de

00:29:25: wenden

00:29:26: oder

00:29:26: ihr schaut auf unsere Webseite vorbei www.prostederkrebs-bps.de.

00:29:34: Wir hören uns hoffentlich ganz bald wieder, euer BPS.

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